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Rottnest Island – zu Besuch beim „happiest animal in the world“

Rottnest Island Quokka

Auf meiner Reise allein durch Australien habe ich ja einige Wahnsinns-Orte kennengelernt. Die Great Ocean Road zum Beispiel. Oder die Grampians. Melbourne. Lucky Bay, die Bunda Cliffs, die unendliche Weite des unendlich heißen australischen Outbacks. Ganz weit oben auf meiner Liste der ganz großen Hits steht eine ganz kleine Insel in Western Australia: Rottnest Island. Von Perth aus habe ich einen Ausflug nach Rottnest Island unternommen und wahnsinnig intensive Stunden in der Natur erlebt.

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Während mich Städte mit ausgefallener Architektur, kreativen Restaurants und abwechslungsreichen Shopping-Möglichkeiten beeindrucken, werde ich großer Städte doch früher oder später überdrüssig. Nicht falsch verstehen: Ich liebe Städtetrips und spaziere sehr gerne stundenlang durch Fußgängerzonen und Parks. Und obwohl eine richtig tolle Stadt die Adrenalin-Pumpe ordentlich in Bewegung hält, finde ich Stadterkundungen häufig vor allem anstrengend. Was sicher auch an meinem Übereifer liegt, immer möglichst alles zu sehen – auch wenn ich mir vorher vornehme, in aller Ruhe nur ein paar ausgewählte Stadtviertel oder Sehenswürdigkeiten auszukundschaften. 

Als ich nach Rottnest Island gefahren bin, hatte ich vorher innerhalb von zehn Tagen Melbourne und Perth erkundet, war zweimal geflogen und hatte drei Tagestrips in Bussen mitgemacht. Nach Großstadthektik und Hostelnächten sehnte ich mich nach ein wenig Ruhe und Zeit für mich. Insofern freute ich mich sehr auf einen Tag auf einer autofreien Insel!

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Ich würde den gesamten Tag lang mit einem Fahrrad durch Dünen radeln, in bilderbuchschönen Buchten baden und – worauf ich mich am meisten freute – Quokkas fotografieren! Seit einem Buzzfeed-Beitrag über das „happiest animal in the world“ war ich Quokka-verliebt und wollte die putzigen Beuteltiere mit dem Dauergrinsen unbedingt live sehen. Das hatte ich zwar schon im fantastischen Taronga Zoo in Sydney, aber in freier Wildbahn ist das ja doch immer schöner, findet Ihr nicht?

Cheeky Quokka On Rottnest Island

Mit dem Rottnest Express auf die Insel

Also habe ich einen Ausflug mit dem Rottnest Express gebucht – für 120 Dollar war ich mit Fähre und Leihfahrrad dabei. Ein stolzer Rpeis für einen Tagesausflug, na klar. Aber das ist eben Australien. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich in Australien bei jeder Buchung (und sie waren für europäische Verhältnisse alle teuer!) häufig geziert und abgewogen, ob ich wirklich so viel Geld ausgeben soll – doch letztlich hat sich jeder Euro gelohnt. Erlebnisse und Erfahrungen kann man eben nicht gegen Geld aufwiegen!

 Die Überfahrt von Perth nach Rottnest Island dauert über zwei Stunden. Zunächst war ich geschockt und befürchtete, mich unendlich zu langweilen – aber die Crew an Bord des Rotttnest Express erzählt immer wieder Anekdoten und Wissenswertes über das Inselchen, Perth und den Swan River und so wurden auch diese Stunden recht kurzweilig.

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So kam die Insel zu ihrem Namen

Zu ihrem Namen kam die Insel übrigens durch den niederländischen Seefahrer Willem de Vlamingh. Der „entdeckte“ die kleine Insel vor Perth 1696 und entschied sich, hier nicht an Land zu gehen, da er aus der Ferne die kleinen Geschöpfe erspäht hatte, die zahlreich durch die Dünen tollten. De Vlamingh nahm an, es handele sich um Ratten – von Quokkas hatte er nie gehört – und schlussfolgerte, dass die Insel ein einziges Rattennest (Niederländisch: „ratten nest“ oder so ähnlich) sei, von dem man besser Abstand hielt. Ich kann schon nachvollziehen, dass man Quokkas aus der Ferne mit Ratten verwechseln mag – aber, hey, Quokkas!!!!

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Gegen den Wind und der Nase nach

Am Fähranlager standen die Räder bereit. Sobald ich meinen Drahtesel hatte, radelte ich los. Klein sah das Inselchen auf der Karte aus, knapp 19 Quadratkilometer Gesamtfläche sind ja wirklich nicht viel. Also nahm ich mir vor, mindestens einmal die Insel zu umrunden. Doch dazu sollte es nicht kommen. Zum einen wehte ein ordentlicher Wind, gegen den ich tüchtig in die Pedale treten musste. Zum anderen musste (!) ich ständig anhalten, um die Schönheit dieser Insel zu fotografieren: Salzseen, Leuchttürme, die Heidedünen und natürlich die sagenhaften Ausblicke auf den türkisblauen Indischen Ozean. Der hatte mir bereits in Cottesloe Beach den Atem geraubt – doch vor Rottnest Island ist er noch um ein Vielfaches schöner! Hier dehnen sich Strände weitläufig aus, Seevögel schaukeln auf dem Meer und Quokkas hüpfen durch die Dünen. Wahnsinnig toll!

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Off the beaten track

Es lohnt sich, sein Fahrrad fern der ausgewiesenen Fahrradparkplätze abzustellen und einen der kleineren Wanderwege zu beschreiten. Hier sind meiner Erfahrung nach deutlich weniger Menschen unterwegs, so dass man die Natur uneingeschränkt auf sich wirken lassen kann. So habe ich zum Beispiel einen kleinen Stegweg am Garden Lake gefunden, an dem sich am späteren Nachmittag eine kleine Gruppe Quokkas versammelt hatte. Sogar ein Quokka-Junges war dabei – und ich war unendlich glücklich, dieses winzige Tierchen sehen zu dürfen! 

 

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Dass sich hierher scheinbar wirklich wenige Besucher verirren, bekam ich jäh zu spüren, als ich mit meinem Fahrrad um eine Kurve bog und beinahe über einen prächtigen Pfauenschweif geradelt wäre. Der Vogel hatte es sich im Gebüsch gemütlich gemacht, jedoch sein wunderschönes hinteres Endes auf dem Radweg „liegen lassen“. Gottseidank habe ich den Schweif rechtzeitig gesehen und als solchen erkannt, so dass ich rechtzeitig bremsen konnte. Der Pfau lag seelenruhig im Busch und hat sich nicht fortbewegt, so dass ich mein Fahrrad vom Steg herunter über die Wiese und wieder herauf tragen musste. Cooler Typ.

Lizard on Rottnest IslandDie Insel als Quokka-Schutzgebiet

Auf Rottnest Island gab’s neben den Quokkas außerdem einige Echsen und hübsche Vögel. Tiere führen hier wirklich ein entspanntes Leben – da die Insel streng von Raubtieren freigehalten wird, können die friedlichen Echsen, Vögel und Quokkas in aller Seelenruhe ihre Tage genießen. Quokkas leben in Australien nur noch auf Rottnest Island (Haupt-Habitat) und Bald Island bei Albany als Wildtiere. Zwar waren sie vor den Zeiten europäischer Einwanderung auch auf dem australischen Festland weit verbreitet. Doch als die Europäer Hunde, Katzen und Füchse nach Australien brachten, bedeutete das das Beinahe-Aus für die kleinen Beuteltiere. Quokkas waren gegen diese Fressfeinde nicht aufgestellt und somit leichte Beute für die Räuber.

Cute Quokka on Rottnest Island

Rottnest Island Village

Auf Rottnest Island gibt es aber nicht nur tolle Natur. Auch einen Golfplatz, ein kleines Feriendorf mit wenigen Apartments, einem Supermarkt (mit Quokka-sicheren Türen), Cafés und Souvenir-Shops gibt es. Zwischen Bänken und Tischen tummeln sich neuigierige Quokkas, stets bereit, ein Stückchen Kuchen abzustauben. Füttern ist streng verboten, doch manchmal haben die kleinen Quokka-Fingerchen schneller einen Krümel umfasst als man ihn aufheben kann.

Von der kleinen Siedlung auf der Insel habe ich zugegeben nicht viel kennen gelernt, weil ich so viel Zeit damit verbracht habe, die Quokkas in den Dünen zu beobachten.

Mein Fazit: Wer Perth besucht, sollte unbedingt Rottnest Island besuchen. Eigentlich würde ich sogar so weit gehen, dass, wer Rottnest Island besucht, bei der Gelegenheit auch Perth ansehen sollte. Rottnest Island wäre also das primäre Ziel. Denn eine Insel wie diese gibt es so wirklich kein zweites Mal, während Perth zwar eine nette australische Stadt ist – aber derer gibt es ja bekanntlich einige…

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4 Kommentare

  1. Jenny sagt

    Wow! Super schöne Fotos und super süße Quokkas! Die sehen eher aus wie Mini-Kängurus als wie Riesen-Ratten.
    Habt Ihr die Fahrräder vor Ort ausgeliehen? So dass man sich spontan entscheiden kann, ob man ein Ffahrrad möchte?
    VLG,
    Jenny

    • Sarah

      Liebe Jenny,

      danke dir :-) Mini-Känguru klingt auf jeden Fall viel freundlicher als Riesen-Ratte – da gebe ich dir Recht.

      Ich hatte das Fahrrad bereits mit dem Fährticket als Paket gekauft. Ob man vor Ort auch Räder separat ausleihen kann, weiß ich nicht, bezweifle ich aber. Außerdem wirst du von der Insel nicht viel sehen, wenn du nicht mobil bist. Deshalb rate ich in jedem Fall zu einem Leihrad. Es gibt zwar einen Bus, aber der fährt nur selten und damit bist du viel weniger flexibel.

      Liebe Grüße zurück sendet

      Sarah

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