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Happy New Year 2015: Feuerwerk in Sydney

Newy Years Eve Fireworks Sydney Harbour

Was ein wahnsinniges Ereignis! Silvester in Sydney ist wahrlich ein besonderes Event. Nicht nur wegen des weltberühmten Feuerwerks über dem Hafen. Ich finde das Drumherum eines Mega-Events meist spannender. Gerne beobachte ich Menschen und deren Verhalten, wenn es darum geht, sich „die besten Plätze“ zu sichern oder durch den ein oder anderen Trick ein wenig schneller zu Toiletten oder Getränkeständen vorzuschummeln. Das Silvester-Feuerwerk in Sydney war dafür eine prima Gelegenheit.

An 69 Plätzen rund um den Hafen hatte die Stadt sogenannte Vantage Points eingerichtet, will sagen Parks, Grünstreifen und Aussichtspunkte mit Toilettenhäuschen, Sicherheitspersonal und Würstchenbuden versehen. Eine Million Menschen sollte von diversen Orten aus das Neujahrsfeuerwerk bestaunen können. Immerhin hatte die Stadt sieben Tonnen Feuerwerkskörper in eine Wahnsinns-Lichtershow gepackt. Zu beiden Seiten der Harbour Bridge wurde exakt dasselbe Feuerwerk in den Himmel geschossen – spiegelverkehrt versteht sich, damit niemand sagen kann, er habe den besseren Teil des Spektakels auf seiner Seite der Brücke gesehen.

In der Vorberichterstattung im Fernsehen habe ich ein malaysisches Pärchen gesehen, das bereits seit Montag im Botanischen Garten gleich an Opernhaus und Harbour Bridge campierte, um sich an Silvester – O-Ton – „den Traum des Lebens zu erfüllen“. Sie waren einzig für das Feuerwerk aus Malaysia nach Sydney gereits. Wow.

Dudley Page Reserve in Dover Heights – Panoramablick über den Hafen

Wir hatten Karten für die Dudley Page Reserve gekauft, einen Park, der erhöht in Dover Heights in Sydneys Eastern Suburbs liegt und einen unschlagbaren Ausblick auf die Stadt bietet. Wir dachten, das sei eine fabelhafte Idee und die Tickets waren mit 40 Dollar pro Stück vergleichsweise günstig (zum Vergleich: Wir hatten ein Angebot für ein Abendessen auf einem Schiff im Hafen, das für 750 Dollar pro Person als „bargain“ angepriesen wurde!).

Fireworks Sydney Harbour New Years Eve 2014

Die Aussicht war auch phänomenal, nur leider war der Park etwas zu weit weg vom Zentrum des Geschehens. Selbst ein so großes Feuerwerk wie das in Sydney wirkte von hier aus unverhältnismäßig klein. Außerdem hörte man weder das Knallen der Raketen noch einen Neujahrs-Countdown und von Menschen, die sich um Punkt zwölf um den Hals fielen, war auch nichts zu sehen. Seltsam. Wir hatten uns Silvester als Riesending mit Riesenstimmung vorgestellt – das war es leider nicht. Zumindest nicht da, wo wir das Feuerwerk geschaut haben.

Smileys, Herzen und bunte Kugeln am Himmel

Etwa 15 Minuten dauerte das Feuerwerk, es gab Raketen, die sich in der Luft zu Smileys, Herzen und mehrfarbigen Kugeln formierten, knallbunten Farbregen und natürlich das Highlight: einen Wasserfall aus goldenem Licht, der sich von der Harbour Bridge aus in den Hafen ergoss. Leider hatte sich eine riesige schwarze Rauchwolke durch die Raketen gebildet und der Länge nach horizontal vor die Harbour Bridge geschoben, so dass wir von dem Wasserfall nur recht wenig sahen.

Und interessant waren die zehn Minuten vor Mitternacht und die zehn Minuten nach Ende des Feuerwerks. Wir hatten einen Teil unserer Gruppe verloren und machten uns auf die Suche nach den Abtrünnigen. Dazu mussten wir über Picknickdecken steigen, zwischen Camping-Stühlen umherwandern und dazu noch in der Dunkelheit den Überblick bewahren. Das ist uns an einer Stelle nicht gelungen, so dass wir eine kurze Pause machten, um uns neu zu orientieren. Im Handumdrehen wurden wir von Rentern auf dem Boden unter uns angemault, wir sollten uns verp*ssen. Freundlich, wenn auch geschockt, erklärten wir, dass wir nur jemanden suchten und gleich wieder weg seien. Das wiederum wurde quittiert von Rentner-Händen, die sich in meinen Hosenbeinen und an meinem Rucksack festkrallten und heftig an mir zerrten. Diese Menschen waren nicht mit Worten zu besänftigen! Sie fühlten sich und ihre Premium-Plätze, die sie scheinbar seit dem Nachmittag eisern verteidigt hatten, bedroht. Zogen wir also weiter und schauten das Feuerwerk getrennt vom Rest der Gruppe, wer braucht schon Ärger an Silvester?

Unmittelbar nachdem der letzte Raketenregen verglommen war, machten sämtliche Zuschauer, so kam es mir vor, auf dem Absatz kehrt und strömten in Richtung Ausgang. Wo wollten die alle so plötzlich hin?!?!? Zu den Bussen, die in die Stadt fuhren, wurde mir klar, als ich vor dem Park eine Warteschlange von Menschen an der Bushaltestelle sah, deren Ende ich nicht ausmachen konnte. Wahnsinn!

Kurzum muss ich sagen, dass das Feuerwek wirklich schön war, mich aber nicht unendlich beeindruckt und staundend zurück gelassen hat. Dafür waren wir wahrscheinlich nicht nah genug dran am Geschehen, hatten über eine Stunde für Getränke angestanden, um schließlich zu erfahren, dass Bier leider bereits eine Stunde vor Mitternacht ausverkauft sei – und uns vermutlich einfach zu viel versprochen. Nächstes Jahr jedenfalls feiern wir wieder gemütlich mit Freunden in Deutschland. Ohne blöde Menschen an Hosenbeinen. HAPPY NEW YEAR!!!

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