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Gut gepolstert: DIY-Laptop-Tasche mit Vögelchen und Eulen

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Eine Hülle für den Laptop sollte her. Eine, die hübsch aussieht, Platz im Rucksack spart und das gute Stück auch noch ordentlich polstert. Nachdem ich nun länger als sechs Monate mit dem Gedanken gespielt, endlich die Furcht vor Schnittmustern und dem Maßnehmen überwunden und tolle Stoffe auf dem Stoffspektakel in Holland gefunden habe, habe ich mich tatsächlich ans Werk begeben. Ohne Plan, Netz und doppelten Boden. Herausgekommen ist das hier:

Zunächst habe ich meinen Laptop abgemessen, um die Maße für Ober- und Unterstoff zu ermitteln. Für die Länge habe ich es so gemacht: Länge + Höhe + Länge + Höhe + 3 cm für die Naht. Für die Breite ebenso: Breite + Höhe + Breite + Höhe + 3 cm Nahtzugabe. Daraus habe ich ein seeeehr langes rechteckiges Stück aus beiden Stoffen ausgeschnitten. Schließlich habe ich beide Stoffe rechts auf rechts aufeinander gelegt und an beiden langen sowie einer kurzen Seite mit Nadeln festgesteckt. 

Für das andere kurze Ende (das, welches ich nicht abgesteckt habe) habe ich ein Tablett aus meiner Küche zur Hilfe genommen. Und zwar, um die Rundungen an den Ecken abzuzeichen, die nachher die Unterkante der Frontklappe bilden sollten. Mit Schneiderkreide habe ich die „runden Ecken“ auf den Stoff übertragen und die letzte kurze Seite schließlich entlang der Zeichnung festgesteckt.


Jetzt war die Nähmaschine gefragt: Beide langen und eine kurze Seite habe ich mit einem einfachen, mittigen Geradstich zusammengenäht. Die zweite kurze Seite habe ich von links und rechts jeweils ein Stück zugenäht, und zwar so dass eine kleine Öffnung in der Mitte übrig blieb. Diese Öffnung musste so groß sein, dass meine Hand bequem hinein passte: Denn hierdurch sollte später die Füllwatte hineingestopft werden.


Die Ecken habe ich jeweils schräg gestutzt, damit sich darin nach dem Wenden des Stoffes dieser nicht kräuselte. 


Als nächstes habe ich die äußeren Überstände der Nähte abgeschnitten und die Kanten nach innen umgelegt und überbügelt, damit diese nicht nach außen abstanden.

An den „runden Ecken“ habe ich den Stoff ein paar Mal bis kurz vor der Naht eingeschnitten, damit auch hier der Stoff keine Falten bilden konnte.


Nachdem all dies geschehen war, kam der lang ersehnte Moment, in dem das Werk gewendet werden konnte. (Kennt Ihr dieses Gefühl, wenn man weiß, dass man jeden Moment das Ergebnis seiner Mühen zur Gesicht bekommt? Steh ich total drauf, hihi!)

Jetzt hieß es: Füllstoff zuschneiden. Hier hab ich den leichten Weg gewählt: Außenstoff auf die Füllwatte legen, einmal locker rundherum die Schere vorbeiflitzen lassen, fertig. Dann das Stück Füllstoff durch die Öffnung an der kurzen Seite zwischen beide Teile des Deckstoffes stecken, glatt streichen, fertig.

Jetzt musste der Laptop eingepasst werden (puuh – das hat geklappt!). Dazu habe ich ihn etwa in die Mitte des „Stoffstreifens“ gelegt und das gerade kurze Ende (also das kurze Ende ohne die „runden Ecken“) soweit hinüber geklappt, dass der Laptop überdeckt war. 
Wichtig war hierbei, den Stoff nach oben zu legen, der später den Außenstoff sein sollte. Bei mir war das der Eulenstoff und nicht der mit den kleinen Vögelchen. Denn: Nach dem Vernähen beider Taschenseiten muss das ganze Werk noch einmal gewendet werden, um die Nähte zu verstecken. 


Die Seiten der Taschen habe ich nun mit Nadeln festgesteckt, und zwar möglichst dicht am Laptop, der in der Tasche steckte, entlang. Dadurch sollte ausreichend Platz übrigbleiben, um die Nähmaschine außen entlang der Nadelreihe über die inzwischen vier (!) Lagen Stoff + Polsterung zu führen. 

Jetzt habe ich die Seitenteile der Tasche zusammengenäht, wobei ich den mittigen Geradstich auf einen rechtsbündigen Geradstich umgestellt habe.

Fertig sah das so aus:

Was vergessen? Klar doch! Ich musste nun die Öffnung schließen, durch die ich das Füllmaterial eingezogen hatte. Dazu habe ich beide Stoffschichten sauber aufeinandergelegt und eine gerade Naht darübergezogen. Jetzt wurde die Tasche ein letztes Mal gewendet.

Fast war’s das! Nun fehlten bloß noch die Druckknöpfe, um die Tasche verschließen zu können. Diese habe ich von Hand angenäht.
Ja, und dann war es fertig, das gute Stück. Mir gefällt’s, muss ich sagen. Und gelernt habe ich auch etwas: Durch das Vernähen der Stoffe zur Tasche verliert man etwas an Breite. Bei mir ist die Klappe deshalb ein wenig breiter als die Tasche. Wen das stört, der gewährt beim Zuschneiden des Stoffes für den Teil der Tasche etwas mehr Breite.

Wie auch immer: Ich mag meine Laptop-Tasche. Immerhin ist sie „one of a kind“. Deshalb werde ich sie in Ehren halten und mich in Zukunft vielleicht etwas schneller an neue  Nähprojekte wagen, wo dieses doch ganz gut geklappt hat und vor allem in kurzer Zeit (habe etwa drei Stunden für alles gebraucht) fertig war. Für Nähtipps bin ich trotzdem immer dankbar. Vielleicht lasst Ihr ja ein paar Tricks und Kniffe in den Kommentaren da? Ich würde mich sehr freuen!

3 Kommentare

  1. Tina sagt

    Die Stoffe sind ja herzallerliebst :)Und die Tasche ist großartig. Wo hast du den Füllstoff gekauft?

    • Danke, liebe Lady Pina! Den Füllstoff gab’s in Baesweiler bei Mommertz auf der Kirchstraße. War auch gar nicht teuer, polstert aber hervorragend. Schreib uns doch mal, wie dir die Tasche gelungen ist. Wir freuen uns :-)

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