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Granada in Andalusien

Granada-Alhambra-Rahmen

Über Granada könnte ich sicher viele Worte verlieren, ohne dass es langweilig würde. Eine Stadt so bunt wie im Märchen, so vielseitig und lebendig, so alternativ und so touristisch.

Als wir im November hinfahren und schon von Weitem die schneebedeckten Gipfel der nahen Sierra Nevada erahnen, fröstelt uns beim Aussteigen tatsächlich ein wenig. Eng schnüren wir die Winterjacken und spazieren – ganz in Touristenmanier – erwartungsvoll über den größten Markt der Stadt zur Kathedrale. Kurze Zeit später zu unserer Freude: Die Sonne zeigt sich, wärmt unsere blanken Hände und lässt die Finger rasch nach Sonnenbrillen greifen. Es soll ein schöner Tag werden.

Szenen aus Granada
Bereits wenige Schritte durch die Altstadt lehren uns: Granada ist so traditionell geprägt, dass alte Frauen in Schürzen Obst und Gemüse (vermutlich) vom heimischen Feld auf einem Handkarren in der Stadt feilbieten. Granada ist so modern, dass junge Menschen in der quirligen Universitätsstadt die (vermutlich) beste Zeit ihres Lebens verbringen können. Kurzum: Granada passt. Auf jedes Bedürfnis.

Und Granada ist hellwach! Zahlreiche Graffitis schreien es von den Wänden: In Spanien ist Wirtschaftskrise. Gleich neben Protestschriften in Orange und Grün prangen Stencils von Che Guevara, sieht man skurrile Images von Comic-Küken mit Baseballcaps. Daran vorbei trippeln hunderte von Füßen, schieben sich Familien mit Kinderwagen vorwärts, rollen Jungs auf Skateboards dahin, wo in Granada das Leben ist. Auch sonntags ist die Stadt auf Achse.

Szenen aus Granada
Aus den zahlreichen Shops für Touristen im Stadtzentrum klingen orientalische Klänge in westlichen Ohren, begleitet von den stark aromatischen Düften von Räucherstäbchen und Gewürzständen. Pumphosen links, Postkarten rechts, Messinglampen an der Ladendecke, loser Tee in Tüten – ohne ein typisches Souvenir muss hier niemand nach Hause fahren. Lässt man den Blick durch Gassen und über Gebäude schweifen, spürt man ganz deutlich die lange Herrschaft der Mauren über die Stadt. Nicht nur die gigantische Festung Alhambra haben die Araber der andalusischen Metropole hinterlassen. Auch die Gastronomie schöpft noch heute aus einem überreichen Fundus arabischer Rezepte.

Szenen aus Granada
Beim Bummeln durch die Gassen der Altstadt, des jüdischen Viertels und entlang der Alhambra und des schüchternen Flüsschens Darro, dessen Selbstbewusstsein im Herbst etwas angeschwollen ist, können wir uns kaum sattsehen an den reichen Rot- und Orangetönen der Hecken, Bäume und Sträucher. So rot wie ein Granatapfel – ob der Ursprung des Namens der Stadt vielleicht genau hier liegt? Wie auch immer, wir testen die „granadesische“ Küche auf der Sonnenterrasse eines kleines Restaurants nahe eines Universitätsbaus.

Szenen aus Granada
Ein vorzügliches arabisches Couccous-Gericht mit Kürbis und eine kühle Limonade später braut sich über uns ein interessantes Wetter zusammen. Das lässt Raum für große Erwartungen an große Gewitter, schließlich liegt der Aufstieg zur Alhambra noch vor uns. Doch schon wenig später ist keine Spur mehr vom Unwetter. Die Sonne schiebt die dunklen Wolken ins Gebirge. Ein paar beeindruckende Impressionen gönnt sie uns freundlicherweise vorher noch:

Szenen aus Granada

Schließlich genehmigen wir uns einen Café con leche, bevor wir uns auf den Heimweg in unseren Ferienort machen. Zurück auf der Landstraße fallen Regentropen auf die Windschutzscheibe unseres Mietwagens.

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