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Nullarbor Plain – die baumlose Wüste

Entering The Nullarbor Longest straight road in Australia

Wir sind immer noch auf unserem Camping-Trip Richtung Adelaide und an Tag drei sollen wir endlich die Wüste erreichen: die Nullarbor Plain. Eine baumlose Ebene auf 200.000 Quadratkilometern, die wir entlang des Eyre Highways durchqueren wollten. Wo wir am Abend unser Nachtlager aufschlagen würden, sollte sich danach entscheiden, wie weit auf dem Highway wir gen Osten vorankommen würden. Der Plan für den Tag lautete schlicht: „We’ll drive.“ Klare Ansage. Und so fuhren wir. Und fuhren. Und fuhren. Und fuhren…

 Driving on The Eyre Highway
Vorher hatte David allerdings noch eine Überraschung für uns: Wir durften/sollten/mussten rauf auf den Frenchman’s Peak, einen Berg im Cape le Grand National Park. Früh morgens einen Berg raufklettern? Und dann noch einen, der dadurch zu seinem Namen gekommen ist, dass er angeblich die Form einer Kopfbedeckung französischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg hat? Na, vielen Dank! Das war ja so gar nicht meins – vor allem, wo wir doch im Paradies von Lucky Bay aufgewacht waren… Aber was sollte ich machen?!?!?! Die anderen wollten, David war über-eager, uns dort hinauf zu scheuchen und so schleppte ich mich im ersten Sonnenlicht des Tages hinauf zur Gipfelhöhle. Was unerwarteterweise wirklich cool war. Denn solch eine Gipfelhöhle hatte ich bis dahin noch nirgends gesehen und ist scheinbar geologisch (oder so) etwas Besonderes: „einfach so“ hat das Wetter auf der Bergspitze – und nur hier – über lange, lange Zeit hinweg eine Höhle geformt. Dass man von hier aus ein Superpanorama hatte, muss ich vermutlich nicht explizit dazu sagen… Und noch eine Sache fiel mir positiv auf: Im Outback vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang unterwegs zu sein hat den entscheidenden Vorteil, dass man vor Fliegenattacken bewahrt ist. Und das wusste ich wirklich zu schätzen!!!

Vastness of the open land in South Australia
Wieder am Bus angekommen, war ich nach so viel Anstrengung dennoch sehr dankbar, dass wir die kommenden Stunden sitzend/schlafend/lesend verbringen würden. Ich genoss die Stunden im Bus, bestaunte über viele Kilometer die gewaltige Weite der Nullarbor Plain und las dreieinhalb Bücher in neun Tagen.

Vastness of the Endless Nullarbor Plains
Outback-Sightseeing

Hin und wieder fuhr David links an den Straßenrand, um uns die Sehenswürdigkeiten des Outbacks vorzuführen: ein toter Wombat, ein Keilschwanzadler, der gerade ein Beutetier zerfleischte, große Löcher im Boden, zu denen es Aborigine-Legenden gibt. Den längsten Zaun der Welt, den Dog Fence, sehen wir auch – und finden dort passenderweise das Skelett eines kleinen Hundes. Na, großartig. Aber wohl auch das ist das Outback…

Wedge Tailed Eagle on the NullarborWedge Tailed Eagle on the NullarborWedge Tailed Eagle on the Nullarbor
Abends halten wir schließlich an einer Raststätte, naja, genau genommen an einem Parkplatz neben dem Highway. Hier bleiben wir für heute nacht. Wieder so ein gottverlassener Ort im Outback. Wieder gibt es Wraps. Wieder sind wir die einzigen „Gäste“. Und genau das ist das Outback.

Emu
Emu

8 Kommentare

  1. 146,6 Kilometer ohne einer einzigen Kurve? D.h.: Lenkradsperre rein und zurücklehnen? 😉
    PS: wie immer tolle Fotos <3
    Liebe Grüße.

    • Sarah

      Hahaha, Romeo, so ähnlich – den Tempomat jedoch nicht vergessen, damit du in Ruhe die Landschaft genießen kannst 😉

      Und danke für dein Feedback zu den Fotos 😀

      Sonnige Grüße nach Wien von
      Sarah

  2. Wow, das sind beeindruckende Bilder einer fast schon surrealen Landschaft. Und eben auch das ist Australien, weit weg von schönen Stränden und glitzerndem Ozean. Einfach nur das Outback, das auf seine Weise ja doch lebendiger ist als man oft denkt. Denn wo tote Wombats sind, waren ja auch einmal lebendige! 😉 ich freue mich auf weitere Berichte von dir, down under :-)

    Herzliche Grüße,
    Anke

    • Sarah

      Liebe Anke,
      vielen Dank :-) Das Outback hatte ich mir, die ich mein Herz schon vor Jahren an den Ozean verloren hatte, immer eher langweilg vorgestellt. Wie gut, dass ich diese Nullarbor-Reise gemacht habe! Denn die hat mich vom Gegenteil überzeugt und mir gezeigt, dass das Outback seinen ganz eigenen Reiz hat. Ich frage mich zwar immer noch, ob man wirklich jemals vollständig die Weite des Outbacks erfassen kann, und zwar anders als „riesig“. Denn mir fehlt es an passenden Worten für diese „vastness“, dieses endlose Nichts, in dem so viel Leben herrscht. Surreal – das ist es, keine Frage :-)
      Lieben Gruß von
      Sarah

  3. Australien!! Bekomme beim Lesen deiner Posts gerade so großes Fernweh. Habe von 2009-2010 ein Jahr in diesem tollen Land verbracht und es einfach nur genossen. Jede Gegend hat etwas magisches. Die Städte sind genauso toll wie das Outback (auch wenn ich irgendwann Beklemmungen wg. der Einsamkeit bekam) Aber es lässt einen beeindruckt zurück wenn man dann wieder in anderen Gegenden ankommt. Genieß jede Stunde – freue mich auf weitere deiner Posts.
    Grüße Nadine

    • Sarah

      Liebe Nadine,
      ach ja, da kann ich dir nur zustimmen. Ich bin nun auch schon seit ein paar Monaten wieder in Deutschland und vermisse dieses großartige Land sehr. Im Outback zu leben kann ich mir zwar auch nicht vorstellen, aber eine gewisse Zeit dort zu verbringen (natürlich nicht im Swag) stelle ich mir schon sehr beeindruckend vor. Durch die Posts und Photos reise ich momentan zumindest mental immer mal wieder nach Down Under – aber die nächste große Reise ist bereits in Planung. Denn von Australien habe ich längst nicht alles gesehen.
      Sonnigen Gruß von
      Sarah

  4. Hahaha…ziemlich interessante Sehenswürdigkeiten gibt es in den Outbacks. Man muss halt her zeigen was man hat…auch wenn das nur ein toter Wombat ist :)

    • Sarah

      Ja, Diana, da hast du Recht. Mir gefallen solche untypisch-touristischen Sehenswürdigkeiten sehr, weil sie eben zeigen, wie es ist, und nicht, wie etwas für zahlende Touris aufgehübscht wurde. Lieben Gruß :-)

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