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Dubai – ein Reisebericht

Dubai-Blog-11
Dubai. Mit diesem Beitrag tue ich mich offengestanden schwer. Was soll ich groß erzählen von diesem künstlichen Megadings am Persischen Golf, wo Kindheitsträume aus tausendundeiner Nacht Gestalt annehmen, wo man pro Tag mehr Bentleys sieht als in  Deutschland in einem Jahr, wo als historisches Gebäude gilt, was vor der Jahrtausendwende errichtet wurde. Was man in Dubai sieht, beeindruckt – beziehungsweise hinterlässt einen Eindruck: glitzernde Glasfassaden an verspiegelten Wolkenkratzern, Damen in Abaya und Marc Jacobs, Herren in Dischdascha, die obligatorische Ray Ban lässig in die Ghutra gesteckt. 
Doch Designer-Malls und Wohlstand markieren nur die eine Seite Dubais. Auf der anderen ächzen klapprige Busse mit zwanzig, dreißig philippinischen Arbeitern den Nobelschlitten der Emiratis hinterher. Die Männer werden von und zur Arbeit gebracht, auf die Baustelle, diese oder jene, in Dubai wird immer gebaut.
Ich habe mich sehr schwer getan mit dieser Doppelwelt, mit dieser Künstlichkeit, damit, dass in Dubai offenbar alles noch ein bisschen luxuriöser, größer, imposanter, rekordwürdiger sein möchte.
Ein paar Reiseeindrücke habe ich dennoch mit nach Australien genommen: Leckeres Essen, Sonnenschein und guten Kaffee gab’s.  
(Pantoffeln aus dem Morgenland /// Gewürzmarkt /// auf dem Souk)

Ursprüngliches findet man in Dubai in Deira und in der Gegend um den Creek. Gold- und Gewürz-Souk überbieten einander an Üppigkeit, der eine mit monetärem Reichtum, der andere mit Farbenvielfalt und überaus engaierten Verkäufern, die ihre Waren wirklich um jeden Preis an den Mann oder die Frau bringen wollen – dazu werfen sie zum Beispiel ihre Pashmina-Schals ahnungslosen deutschen Touristinnen über Kopf und Schulter und setzen darauf, dass die Europäerin schon anhalten und den Schal, der ihr nicht gehört, zurück geben will und dabei vielleicht sogar kaufen wird. Tut sie dies nicht, erzürnen die Herren des Straßengeschäftes leicht und werfen dir – ebenso wie ihre Schals – passgenaues und sehr unschönes Englisch nach. Aber nun gut, das war nur eine Erfahrung unter vielen.
Ansonsten hat man das Gefühl, auf den Souks, den Märkten, kauft die bezaubernde Jeannie ein, findet man in wenigstens einer der zinnernen Wunderlampen einen Flaschengeist.

(mit der Abra über den Dubai-Creek /// Holzkunst /// Gewürze und „Arab Man“ und „Arab Woman“ – wahlweise als Salzstreuer oder Wackel-Dackel-Imitat)

Achja, und dann gibt es in Dubai ja noch das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa, die größe Mall der Welt, die Dubai-Mall, die erste und (meines Wissens nach) einzige Skihalle in der Wüste, die beste dies, das tollste jenes. Wirklich gut haben mir die hohen Gebäude gefallen, die meinem Weitwinkelobjektiv vollen Einsatz abverlangt haben.

(Burj Khalifa bei Nacht /// Fußgängerbrücke /// ein freundlicher Jan und ein freundlicher Hai)

Ein Highlight unseres Trips war die Magnolia Bakery in der örtlichen Filiale von Bloomingdale’s in der Dubai-Mall. So gut, der Capuccino hier! Und der Käsekuchen – der hat Jan so beeindruckt, dass er zu seinem Geburtstag nicht darauf verzichten konnte/wollte, was mich zu meinem ersten Kuchen-Back-Erlebnis in Australien gebracht hat. Doch dazu später mehr.

(Dubai-Fountain /// Fashion-Avenue in der Dubai-Mall /// Downtown-Dubai bei Nacht)

Ein Spektakel, auf das wir zufällig gestoßen sind, waren die Wasserspiele vor dem Burj Khalifa. Sobald es dunkel wird, erstrahlt hier ein Lämpchen, leuchtet dort ein Lichtstrahl ein Eckchen aus. Dicht gedrängt versammeln sich Touristen, Einheimische und Durchreisende um die Wasserfläche zwischen Dubai-Mall und Burj Khalifa. Jeder strebt nach einem Plätzchen in der ersten Reihe, jeder möchte das Krachen der Wasserfontänen aus nächster Nähe hören, möchte erleben, wie 83.000 Liter Wasser über 150 Meter in die Luft gejubelt werden, wie zu arabischer Melodei das Wasser Bauchtanz tanzt, wie die Fontänen ihren Höhepunkt zu „Time to Say Goodbye (Con te partirò)“ erreichen. Der Brunnen, ein über 20 Millionen US-Dollar teures Spielzeug, ist gelungen. Ein Emirat zelebriert sich selbst. Ach ja, hatte ich erwähnt, dass die Dubai Fountain der größte tanzende Brunnen der Welt ist? 

(Aussichtspunkt auf Dubai-Fountain vor der Dubai-Mall /// Illuminierte Wasserspiele vor dem Burj Khalifa)

Wer seinen Blick für einige Augenblicke vom Wasserfest lösen kann, der sollte einen Spaziergang um die Anlage herum einplanen. Erst aus einigen Metern Entfernung lässt sich das Gesamt des Wasserspiels erfassen. Und den Burj Khalifa aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, vermittelt erst eine wahre Vorstellung von seiner majestätischen Imposanz. 

(Burj Khalifa)

Ein wenig relaxen, bummeln und fantastisch speisen lässt sich im Madinat Jumeirah. Die Ferienanlage ist im Stil traditioneller arabischer Städte errichtet, überaus gepflegt und bietet Unterhaltung für Tagesausflügler und solche, die hier einen Urlaub verbringen möchten. Den Burj Al Arab, das berühmte „Segelhotel“, wacht hier über Wasserstraßen, Atrien und Aussichtsterrassen. Normalo-Touristen ist der Blick von außen gegönnt, während das Innere des 7-Sterne-Luxus-Hotels den besser Betuchten vorbehalten ist. Ein Spazierganz am Strand, ein kurzes Bad im warmen Wasser des Persischen Golfs am Fuß des Burj Al Arab würde ich jedem ans Herz legen. 
Vieles haben wir nicht gesehen, die Palmeninsel, das Atlantis-Hotel, den Wild-Wadi-Wasserpark, die Aussichtsplattform des Burj Khalifa – aber  so ist das wohl in tausendundeiner Nacht: ein bisschen Phantasie gehört einfach dazu…

(Madinat Jumeirah /// der Souk im Madinat /// Handelsschiffe auf dem Dubai-Creek)

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