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Chorry Cake: Schoko-Kirsch-Torte

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Neulich haben wir unsere erste Festtagstorte entworfen. Bei der Recherche allein haben wir uns von einer Idee zur nächsten geschaukelt, die Zusammenstellung der einzelnen Schichten war eine Herausforderung und die Deko ihre Kür. Auch wenn wir zunächst mehr geplant hatten als wir schließlich in die Torte einfließen lassen konnten (weil wir zu unserem überaus großen Erstaunen doch nicht mehr Zeit als genug hatten, alle Päne umzusetzen – Stichwort: kandierte Rosenblätter), ist unser Erstlingswerk ganz ordentlich gelungen, wie wir finden. Doch zur Sache:

Die Torte hatte zwei Etagen, die untere maß 26 cm, die kleinere obere 20 cm im Durchmesser. Geschichtet haben wir gemäß den Empfehlungen der Schwerkraft: die untere Etage zeigte sich mit einer Lage Kirschen etwas üppiger als die obere (Wir sind ehrlich: Wir hatten Angst, Kirschen in der Oberschicht könnten aufgrund ihres Gewichts die untere Torte in die Knie zwingen und der gesamte Kuchen könnte in der Folge einen unschönen Diener auf der Kaffeetafel machen, was zu einer Schokoladentragödie geführt hätte, die wir nun wirklich nicht hätten verantworten können). 

Entschieden haben wir uns schließlich für einen Schokoboskuit mit Vanillecreme, Schokoladenganache und Kirschen. Dazu ein Überzug mit weißem Fondant und frischen Sommerbeeren. Ausprobiert haben wir mit ein paar Minitorten, bis wir schließlich das leckerste Verhältnis der Zutaten gefunden hatten – vom Ergebnis lest ihr weiter unten.

Die Torte zusammenzustellen und zuzubereiten hat wirlklich viel, viel Spaß gemacht und war weniger kompliziert als es vielleicht aussieht. Ausreichend Zeit hilft mit Sicherheit, ebenso hilfreich ist es, sich Schritt für Schritt vorzuwagen, also zunächst die Böden zu backen, dann eine Creme fertig zu machen, bevor man mit der nächsten anfängt und so weiter. 

Torten-Fun-Facts


Zutat, auf die auf keinen Fall verzichtet werden konnte: Schokolade.
Zutat, auf die hätte verzichtet werden können, auf die wir aber nicht verzichten wollten: Kirschen.
Wunsch für einen gedankenlosen Wohlgenuss: nur vegane Zutaten.
Anzahl der Schichten in der unteren Torte: 9.
Anzahl der Schichten in der oberen Torte: 8.
Überzug: weißer Fondant.
Deko: frische Beeren.

Ein paar Anmerkungen

Die Mengenangaben beziehen sich auf jeweils zwei Biskuit-Böden beider Größen. Weil der Biskuit in der Mitte zum Teil stark aufgeht, haben wir jeweils zwei Kuchen gebacken. Von diesen haben wir die unebenen oberen Teile abgenommen, so dass wir nur die ebenen Böden zum Stapeln verwenden konnten. Die Torte sollte schließlich stabil sein und nicht wackeln. Außerdem kommt es darauf an, wie dick Eure Böden nach dem Durschneiden sind. Ihr werdet mit den unten stehenden Mengenangaben also Teig übrig behalten. Nicht so schlimm, dachten wir uns, naschen wir ihn einfach beim Backen weg oder kreieren ein Dessert daraus. Dazu später mehr. 

Von der Vanillecreme und der Schokoganache haben wir ebenfalls etwas mehr angerührt, just in case. Damit auch nichts schief geht. Auch hiervon werden Reste übrig bleiben.

Die Torte sollte mindestens eine Nacht Zeit haben, „durchzuziehen“. Besser sind zwei Tage und zwei Nächte – das führt dazu, dass die Feuchtigkeit aus Vanillecreme, Schoko-Ganache und Kirschmelange sich auf den Biskuit überträgt und der gesamte Kuchen sehr saftig wird.


Der Name: „Chorry Cake“. Wir haben uns unendlich viel Mühe gegeben, um einen tollen Namen für diese Torte zu finden. Herausgekommen ist der sehr moderne „Chorry Cake“, weil, nun ja, „Chocolate“ und „Cherries“ dessen Charaktergesichter sind. Vielen Dank, den Award holen wir uns später ab…
 

Die Etagen

Unsere untere Torten-Etage stapelt sich von oben nach unten so zusammen:

  • Schoko-Ganache
  • Schoko-Biskuit
  • Vanille-Creme
  • Kirsch-Gelee
  • Schoko-Biskuit
  • Schoko-Ganache
  • Kirschen
  • Kirsch-Gelee
  • Schoko-Biskuit 


Die obere sieht so aus:

  • Schoko-Ganache
  • Schoko-Biskuit
  • Vanille-Creme
  • Kirsch-Gelee
  • Schoko-Biskuit
  • Schoko-Ganache
  • Kirsch-Gelee
  • Schoko-Biskuit

Das braucht Ihr & So geht’s

Für den Schoko-Biskuit der 26-cm-Form (2 x backen!)

  • 460 g Mehl
  • 230 g Zucker
  • 3 TL Natron
  • 5,5 EL dunkles Kakaopulver
  • 90 ml Sonnenblumenöl
  • 580 ml Sprudelwasser

Für den Schoko-Biskuit der 20-cm-Form (2 x backen!)

  • 355 g Mehl
  • 180 g Zucker
  • 2 TL Natron
  • 4 EL dunkles Kakaopulver
  • 65 ml Sonnenblumenöl
  • 445 ml Sprudelwasser

Mehl, Zucker, Natron und Kakaopulver vermengen. Sprudel und Öl hinzugeben und zu einem glatten Teig verrühren. Jeweils in der Form 20  bis 50 Minuten bei 160 Grad Celsius Umlufthitze backen. Stäbchentest machen. Wenn kein flüssiger oder zäher Teig mehr an Stäbchen klebt, ist der Kuchen fertig. Ansonsten bei gleicher Temperatur noch ein wenig länger backen, zwischendurch immer wieder mit dem Stäbchen testen. Biskuit komplett auskühlen lassen. Horizontal mit ruhiger Hand zunächst den unebenen oberen Teil eines jeden Biskuits abschneiden, dann wiederum horizontal in zwei bis drei Schichten schneiden. Wir haben die unteren Böden beider Biskuits (von je einer Größe) zusammen verwendet.

Für die Schoko-Ganache

  • 600 g Blockschokolade
  • 300 g Hafer-Cuisine

Schokolade in Stücke brechen und über einem heißen Wasserbad in einer tiefen Schüssel schmelzen. Dabei von Zeit zu Zeit mit dem Schneebesen verrühren. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, nach und nach die Hafer-Cuisine unterrühren, bis sich eine gleichmäßige Creme ergibt. Diese schließlich erkalten lassen (aber nicht in den Kühlschrank stellen!). 

Für die Vanille-Creme

  • 800 ml Sojamilch
  • 2 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 6 EL Zucker
  • 200 g vegane Butter auf Zimmertemperatur

6 Esslöffel Sojamilch von der Gesamtmenge abschöpfen und mit Puddingpulver und Zucker verrühren, bis Ihr eine Masse ohne Knoten erhaltet. Sojamilch unter Rühren aufkochen, von der Platte nehmen, Pudding-Mix unterrühren, noch einmal aufkochen lassen, dabei stetig weiter rühren. Pudding abkühlen lassen und schließlich die vegane Butter unterrühren. Vanille-Creme dreißg Minuten in den Kühlschrank stellen.

Kirsch-Gelee

  • 230 ml Kirschsaft
  • 20 ml Kirschwasser
  • 2 Päckchen roter Tortenguss

Kirschaft mit Tortenguss unter Rühren aufkochen, erkalten lassen. 

Außerdem

  • 1,5 Gläser Schattenmorellen, abgetropft
  • 1,5 kg Rollfondant
  • 300 g Johannisbeeren
  • 200 g Himbeeren
  • 200 g Heidelbeeren

Dies und das

  • 1 Springform mit 20 cm Durchmesser
  • 1 Springform mit 26 cm Durchmesser
  • 1 ebene Tortenplatte
  • Nudelholz
  • Holzstäbchen
  • Puderzucker 
  • Maßband
  • eventuell ein Glasiermesser

Zubereitung

Tag 1: Biskuit-Böden wie oben beschrieben backen, auskühlen lassen und teilen. 

Tag 2: Kirschen abtropfen lassen. Vanillecreme, Schoko-Ganache und Kirsch-Gelee zubereiten. Hierbei fangt Ihr am besten mit der Vanillecreme an, da diese ein Weilchen im Kühlschrank verbringen muss, bis sie ihren Auftritt hat. 
Als nächstes geht’s ans Schichten: Damit die Torte auf der Platte nicht verrutscht, bestreicht Ihr den Boden der Platte mit Schoko-Ganache, und zwar sollte der Ganache-Kreis etwas kleiner als der Druchmesser der Torte sein, damit die Ganache an den Seiten nicht hervorquillt. Schließlich platziert Ihr den ersten Boden auf dem „Ganache-Kleber“ und drückt den Boden leicht gegen die Platte, so dass dieser fest darauf sitzt.
Nun streicht Ihr den Boden mit Kirschgelee ein und verteilt die Sauerkirschen darauf. Großzügig mit Schoko-Ganache bestreichen, den nächsten Biskuit-Boden darauflegen. Diesen wiederum mit Kirschgelee bestreichen, anschließend eine dicke (etwa einen halben Zentimeter hohe) Schicht Vanillecreme darauf verteilen und mit dem dritten Biskuit bedecken. Den gesamten Kuchen von oben und den Seiten mit Schoko-Ganache einstreichen. Dabei eventuell vorhandene Lücken und Krater an den Seitenrändern (wo die einzelnen Schichten aufeinander treffen) mit Biskuitkrümeln stopfen und mit der Schoko-Ganache festkleben. Schokolierten Kuchen in den Kühlschrank stellen. Mit dem oberen Teil der Torte verfahrt Ihr genauso. 

Fondant
Nun zum Fondant: Auf einer sauberen Arbeitsfläche verstreut Ihr großzügig gesiebten Puderzucker. Achtung: Der Puderzucker sollte keine Klumpen haben, da diese im Fondant unebene Stellen auslösen können. Nun knetet Ihr den Fondant ein paar Minuten mit den Händen, bis dieser geschmeidig wird. Jetzt rollt Ihr den Fondant mit Hilfe eines Nudelholzes etwa 2 mm dick aus. Achtet dabei darauf, dass die Fondant-Decke groß genug ist, will sagen: Durchmesser Eures Kuchens + Seitenhöhe + etwa 1 cm Pufferzone. 
Jetzt hebt Ihr den Fondant an (ein Glasiermesser könnte helfen, die Fondant-Decke von der Arbeitsfläche zu läsen) und hebt ihn über den Kuchen. Dort setzt Ihr die Fondant-Decke auf der Oberfläche des Kuchens mittig ab und streicht von oben nach unten (seitlich im Kreis) den Fondant entlang der Seite der Torte. Die Hände erledigen diese Aufgabe ziemlich gut, Fondantglätter und andere Zaubergeräte braucht man unserer Ansicht nach nicht. Der Fondant passt sich während des Glattstreichens automatisch an den Kuchen an. Überstände mit einen Messer mit gerader Schneider (kein Wellenschliff) vorsichtig abstechen. Mit dem kleineren Kuchen ebenso verfahren. Fertig. 
Über Nacht kühl stellen, aber nicht im Kühlschrank aufbewahren, da der Fondant darin weich wird. Vielleicht findet Ihr für die Torte ja ein sauberes Plätzchen im Keller. Dort einfach mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken. Wenn Ihr keine gemäßigte Kühlzone zur Verfügung habt, überzieht Ihr den Kuchen am besten erst kurz vor dem Verzehr mit dem Fondant.

Tag 3:  Am Tag, an dem die Torte angeschnitten werden soll, stapelt Ihr die obere Etage auf die untere und verziert sie mit den Beeren. Diese wascht Ihr vorher, tupft sie trocken und legt sie abwechselnd um die Etagenränder der Torte.

 

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