Australien, Reisen
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Bondi Beach – High Tide, High Hopes

Bondi-Beach

Wow! What a week! Knapp 16.600 Kilometer fern von Daheim stehen Jan und ich auf der anderen Seite der Erdhalbkugel vor einem neuen Leben: die erste gemeinsame Wohnung, die erste wirklich lange Zeit miteinander überhaupt, dieselben Herausforderungen: Jobs finden, den Ortsradar von einer 270.000-Einwohner-Stadt auf eine knapp 4,5-Millionen-Stadt umstellen, Englisch tagein, tagaus, eine ausländische Steuernummer beantragen, der Versuchung widerstehen, jeden Morgen Handtuch und Sonnenhut zu schnappen und zum Strand zu fallen. Denn der ist – tatsächlich – nur den bekannten Katzensprung von unserer Startunterkunft entfernt. 

(Sonnenuntergang in Bondi Beach /// Bondi-Pavillon am Strand /// Mops an der Wand /// Hibiskus)

 

Der Alltag in Bondi Beach scheint wirklich seeehr begehrenswert – und keinesfalls, wie von uns und Bart Simpson befürchtet, auf der anderen Seite der Erdhalbkugel „upside down“. Wie dem auch sei: So vieles ist neu, so vieles ist anders, aber alles weckt in mir diese gewisse Neugier, in allem steckt etwas, das Lust auf mehr macht, die Schönheit des Unbekannten und die Faszination des Zum-ersten-Mal. 

(Tamarama Building /// Passanten am Wegesrand /// Mädchen am Strand /// Stop Making Sense – was will man mehr?)

Strandgut

Ein paar Schritte am Wasserrand offenbaren gleich zahllose Schätze: Strandgut en masse, schöne Menschen, Surfkids bei ihren ersten Stehversuchen auf dem überdimensionalen Brett. Und diese Aussicht! Immer wieder diese Aussicht! Wenn es nach mir ginge, zählte der Küstenwanderweg (Coastal Walk) allein als eine Top-Sehenswürdigkeit Sydneys (und das, wo ich noch nicht einmal das Zentrum gesehen habe). Geht man ihn ganz, gewinnt man auf 100 Kilometern Eindruck um Eindruck.

(Strandgut /// Sonnenuntergang am Coastal Walk /// Beach Street in Coogee /// Larry the Lifeguard)      

Heute haben wir die Shark Patrol gesehen, ein Hubschrauber, der die Küste hinauf und hinab fliegt und von oben die Gewässer nach Haien absucht. Sehr beruhigend, denn der Hai-Suchtrupp ist einfach weitergeflogen, ohne Alarm zu schlagen. Und außerdem gibt es ja noch Larry the Lifeguard, der aufpasst, dass kein Schwimmer zu Schaden kommt.

Apartment Hunting

Nach drei Tagen Bondi Beach scheint es außerdem so, als hätten wir eine Bleibe gefunden. Sie liegt in der Francis Street, einer ruhigen Seitenstraße neben dem lebendigen Zentrum des Viertels an der Campbell Parade. Nachdem wir in den vergangenen Tagen viel telefoniert, SMS und Emails geschrieben und Wohnungen und Zimmer besichtigt haben (davon eins mit wunderschöner Aussicht über die Bucht von Coogee), eins mit dem kleinen schwarzen Hund Oz (irgendwas zwischen Mops und Shar Pei) und eins, das absolut nicht nennenswert ist, weil oh-Gott-igitt, können wir nun vermutlich aufatmen und den Sonntag etwas ruhiger angehen lassen, so wie es sich für Bondi Beach eigentlich gehört. Ob wir die Wohnung bekommen, entscheidet die Vermieterin und nicht das nette Pärchen aus England, das uns die Wohnung heute gezeigt hat. Also heißt es noch ein Weilchen „Daumen drücken“.


Jetzt ist also erstmal Relaxen angesagt, zumindest für heute, denn bald möchte ein Job gefunden und eine Steuernummer beantragt werden. Ach ja, und natürlich müsssen wir dringend ins Meer. Unsere Füße durften gestern schon, morgen folgt dann vielleicht der lang ersehnte Sprung in den Pazifik.

Nochmal zum Viertel, weil es einfach so, so schön ist

Wir sind total froh, dass wir im schillernden Bondi Beach bleiben können. In diesem Vorort haben bereits vor langer Zeit die Hipster Einzug gehalten. Menschen tragen zu jeder Tages- und Nachtzeit Surfbretter über die Straße, veranstalten spontane Garagenflohmärkte und die Sonne scheint einfach den gesamten langen Tag. Wahnsinn. Und die Straßen! Mann, die Straßen! Riesige Feigenbäume, Bananenstauden und Palmen, Rainbow Lorikeets, die abends zum Spaß die Fledermäuse durch das dichte Grün jagen, Kookaburras, die in der Dämmerung anfangen, laut zu lachen, Jasmin, Jasminduft in der Luft, dem man sich nicht entziehen kann (aber wer wollte das schon?), überall Hibiskus und Frangipani-Bäume. So kann ich beim Posten kaum glauben, dass ich nicht Fiktion dichte sondern vom Alltag berichte. 

(Alte Feigenbäume auf der Hall Street)

Monster-Thunderstorm

Übrigens: Am Tag unserer Ankunft sind wir wohl knapp einem furchtbaren Monster-Thunderstorm hinterhergeflogen, der wenige Stunden zuvor den Flugverkehr lahmgelegt hatte. Warten wir mal ab, was noch so kommt…

(Ausblick auf die Innenstadt von Bondi Junction)

2 Kommentare

  1. Nadine Pippilotta sagt

    Was ist das herrlich – Neid, welches Bild ich mir nur anschaue – und Glück! und Freude!! für Euch zwei Süßen! Welch perfekter Start – dagegen kann Aachen momentan nur minimal anstenkern mit perfekten Frühlingsgraden um die 21 Grad Celsius, hunderten Ameisen-Sonnenbrillenträgern, die sich hinter ihrer ersten Eistüte des Jahres verstecken und Parks, die schon jetzt von dicken Grill-Nebelschwaden eingeräuchert werden – nur noch größer sind meine Sehnsuchtsschwaden, die durchs Städtchen wabern – gen Bondi und zwei meiner liebsten Weltenbummler und der weltbesten Fotografin 😉 Auf dass der famose Start sich weiter ausweitet in ein famoses Jahr! Dicken Drücker nach Australien!!!

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