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Ausflüge von Phillip Island aus: Churchill Island, schläfrige Koalas und neugierige Kängurus

Schafe und ein Pferd auf Churchill Island bei Melbourne in Australien

Wer ein paar Tage in Melbourne verbringt und auch einen Teil des ländlichen Victoria sehen möchte, unternimmt – wenn er den Reiseführer treu studiert hat – einen Abstecher zur Pinguinparade nach Phillip Island oder cruist gemütlich die fantastische Great Ocean Road rauf und runter. Beides sind top Ziele, keine Frage.
Falls du aber die Pinguine besuchst und für deinen Ausflug nach Phillip Island einen ganzen Tag einplanst, hab ich noch ein paar Tipps, was du auf dem Weg dorthin nicht verpassen solltest: Du solltest zum Beispiel über einen Abstecher nach Churchill Island nachdenken. Die Mini-Insel liegt ohnehin auf dem Weg nach Phillip Island und ist so typisch ländlich hübsch, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr rausgekommen bin. Außerdem liegen auf dem Weg von Melbourne nach Phillip Island noch ein beschaulicher Tierpark und eine Koala-Forschungsstation. Auch die sind einen Besuch wert!

Churchill Island

Heritage Farm Village Churchill Island

Churchill Island ist eine sehr kleine Privatinsel. Sie ist so klein, dass hier neben dem historischen Bauerndorf mit ein paar Koppeln für Pferde und Schafe nicht mehr viel aufs Land passt. Für eine Straße und einen Parkplatz war zwar doch noch Platz – aber das war’s dann auch schon. Klingt ein wenig öde, ist es aber nicht. Bauernromantik pur lauert hier hinter allen Ecken: ob man durch den Blumengarten hinterm Gesindehaus spaziert, die Kaltblutpferde besucht oder die originalgetreu eingerichteten Wohnräume der Farmerfamilie durchstreift.
Ich war absolut positiv überrascht von Churchill Island. Häufig finde ich historische Dörfer nicht besonders spannend und hatte auch hinter diesem Besuch einen Schachzug des Tour-Veranstalters vermutet, einfach noch ein kleines Ziel mehr auf die To-See-Liste zu setzen, um so den Preis zu rechtfertigen. Aber da hatte ich Unrecht – zum Glück!

Churchill Island

Das kannst du auf Churchill Island tun und sehen:
  • alte Bauernhäuser mit traditioneller Einrichtung
  • einen gepflegten Bauerngarten mit bunten Blumen, Kräutern und Gemüse
  • Stallungen mit Tieren (Pferden, Rindern, Schweinen, Kaninchen, Enten und Gänsen)
  • eine Hütehund-Vorführung mit einem Australian Shepherd in der Hauptrolle, der eine Gruppe Schafe von A nach B treibt (die Schafe machten einen sehr gestressten Eindruck, deshalb hat mir das nicht besonders gut gefallen)
  • eine Vorführung, bei der ein Schaf geschoren wird (aber ohne den für Australien ansonsten typischen, lauten Show-Charakter mit Moderation, flachen Witzen über Neuseeländer und leicht idiotischen Cheering-Rufen)
  • und natürlich die wunderschöne, saftig grüne Hügellandschaft an Victorias Südküste!

Sheep on Churchill Island

Moonlit Sanctuary

Ein wirklich hübscher, kleiner Tierpark. Hier kommst du den Aussie-Favourites Koalas, Kängurus, Wallabies und Wombats sehr viel näher als in einem größeren Zoo. Die Gehege sind nach oben offen, so dass die Tiere nicht hinter Glasscheiben sitzen, wie das zum Beispiel im Sydney Wildlife Zoo der Fall ist (den ich dir unter anderem deshalb auf gar keinen Fall ans Herz legen würde!).

In einem Freigehege triffst du außerdem hautnah auf neugierige Kängurus und Wallabies. Wenn du Glück hast und die Tiere gerade in Snack-Laune sind, hüpfen sie ohne Berührungsängste auf dich zu und holen sich das Körnerfutter, das du vorher im Café für sie gekauft hast. Und zwar ohne vornehme Zurückhaltung, bis du es ihnen anbietest. Deshalb: Vorsicht vor den großfüßigen Dieben! Kängurus sind wirklich große Tiere und wenn ein 1,60-m-Bursche zielstrebig auf dich zuhüpft, kann das mitunter einschüchtern. Angst haben mußt du vor den Tierchen nicht. Sie haben es einzig und allein auf die raschelnde Papiertüte abgesehen. Neugierig, wie sie sind, kann es außerdem sein, dass sie in deine Tasche schauen, oder an der Kamera schnuppern. Ich finde das ganz und gar nicht schlimm, sondern unheimlich putzig!

Kangaroo and Joey

Im Freigehege treiben sich neben den Beuteltierchen auch Vögel um: Die australische Cape-Barren-Gans etwa kannst du hier prima beobachten.

Im Koala-Gehege gibt’s um die Mittagszeit herum eine Fütterung – und gleichzeitig die Gelegenheit, sich mit einem Koala fotografieren zu lassen. Doch keine falschen Erwartungen: Du darfst zwar ein Foto mit einem Koala machen, das bedeutet aber nicht, dass du den Koala auf den Arm nehmen oder streicheln darfst! Während der Koala Eukalyptus knuspert, darfst du dich daneben stellen und ablichten lassen. Ein bißchen enttäuschend, finde ich, vor allem, weil diese „Photo Opportunity“ 15 Dollar extra kostet.
Einen Koala auf dem Arm zu halten – was ja eigentlich jeder Besucher lieber möchte – , ist in Australien übrigens nur in Queensland erlaubt!

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Koala Conservation Centre

Auch ein schöner Stopp für Tierliebhaber. Warum? Weil die Koalas hier nicht in Gehegen leben, sondern in einem offenen Wald. Als Besucher läufst du hier über einen Boardwalk aus Holzstegen durch den Naturpark, und zwar in etwa ein bis zwei Metern Höhe (gefühlt, genau kann ich das nicht sagen). Das bedeutet: Du siehst die Koalas auf Augenhöhe und kommst ihnen dank des Treetop Walks so nah wie selten sonst. Ich stand bestimmt sechs mal neben einem schlafenden Koala, den ich ohne weiteres hätte streicheln können. Erlaubt ist das natürlich nicht – denn die wilden Tiere sollen sich möglichst natürlich verhalten, und dazu gehört nun einmal nicht, dass Menschen sie streicheln (auch wenn sie noch so herzallerliebst ausschauen!).

Phillip Island Koala Conservation Centre Sleeping Koala in Tree

Als wir im Koala Conservation Centre waren, kreuzte kurzum sogar ein Echidna den Waldweg. Mir hat der kleine Stacheligel sich leider nicht gezeigt, aber ich habe Beweisfotos gesehen, dass es ihn wirklich gab 😉

Phillip Island Koala Conservation Centre Koala in Tree

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